Bob Dylan op platt – und dütt und datt…

7. Februar 2010
20:00

Kay Kankowski + Michael Biermann

„Bob Dylan auf plattdeutsch  –  und dieses und jenes…“ mit und von Kay Kankowski & Michael Biermann. Eine zweisprachige Veranstaltung in platt- und hochdeutsch.

Eines der gängigen Urteile über den Liedermacher-Groß-und-Übervater Bob Dylan lautet: „Die besten Songs sind die, die er nicht selber gesungen hat.“ Da mag was dran sein. Mr. Tambourine Man, All Along the Watchtower, Quinn the Eskimo, It´s All Over Now Baby Blue. Alles Titel, die jedenfalls durch Interpretationen anderer Musiker populärer wurden, als durch den Schöpfer selbst.

Und nun hat man ihn (wieder einmal) übersetzt. Diesmal ins Plattdeutsche. Übertragen in eine Sprache, die ebenso „folky“ und alt ist wie das Englische, sich zur selben Zeit vom Westgermanischen abspaltete wie Holländisch, Hochdeutsch und Friesisch. Eine traditionsreiche, kulturvolle Sprache. Zu Zeiten der Hanse gar eine Weltsprache.

Bob Dylans oftmals als sperrig geltende Texte wurden kongenial nachgedichtet (und oft sehr wortgetreu getroffen) von einem, der weiß, wie es geht:

Holger Janssen, Volkskundler und Musikjournalist, spricht plattdeutsch als Muttersprache, ist selbst auch Musiker und hasst alle Tümelei. Das bewahrt ihn vor klischeehaften Verniedlichungen und hält ihn so dicht wie möglich am Originaltext. Janssens Texte bleiben Dylans Texte: lyrisch dicht, seltsam bilderreich, humorvoll abgründig, rhythmisch packend. Und doch haucht die andere Sprache der Dylanschen Songlyrik einen neuen Geist ein.

Musikalisch bearbeitet wurden die Dylan-Übertragungen von einem Musiker, der als Sänger, Gitarrist, Komponist und Autor mit allen Nord- und Ostseewassern gewaschen ist:

Kay Kankowski interpretiert mit wandlungsfähiger Stimme und ausdrucksstarker Akustikgitarre die Dylanschen Songs.

Michael Biermann, langjähriger Weggefährte und musikalisches Alter Ego, begleitet den preisgekrönten Komponisten und Kulturpreisträger stilsicher, einfühlsam-rauh und bisweilen herrlich eckig auf der E-Gitarre.

Kontrastierend, ergänzend, ironisierend, um quasi die Gültigkeit der oral Tradition unter Beweis zu stellen, wurden für das aktuelle Programm die Dylan-Songs zusammen mit anderen plattdeutschen Liederperlen auf eine Schnur gezogen. Hühnergötter, Rolling Stones, Küselsteen: Ein musikalisches Schmuckstück der besonderen Art.

Eintritt: 5,- € / 3,- € (ermäßigt)

Veranstalter: Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V. und Folk Club

Ort: Kulturladen KFZ, Schulstr.6, 35037 Marburg

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